Alles schlecht in 2024?


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Liebe Leserinnen und Leser,

das neue Jahr ist nun schon wieder ein paar Tage alt. Tage, die viele Apotheken (und offenkundig noch mehr Ärzte) bereits vor große Herausforderungen gestellt haben. Sie haben es erraten – die Rede ist vom hierzulande ungeliebten E-Rezept. Nun wird es wirklich ernst, der Hochlauf ist in vollem Gange. Es wäre geradezu ein Wunder, wenn dies nicht mit einigen Anlaufschwierigkeiten verbunden wäre, obwohl ja schon etliche Millionen Exemplare in 2023 eingelöst wurden. Das mag dem einen oder anderen bereits wieder die Laune verderben, und die Backpfeife unseres Gesundheitsministers, verteilt als Eckpunktepapier rechtzeitig zu den Festtagen, dürfte ebenfalls nachwirken.

Also schnüren wir jetzt die Winterschuhe (oder schlüpfen je nach El-Nino-Wetterkapriolen in die Gummistiefel bzw. Sneakers), machen Trillerpfeifen und Vuvuzelas klar, schließen die Apotheken und rüsten uns – ja, für was eigentlich? Das ist die spannende Frage. Ganz ohne Reaktion wird man das Eckpunktepapier nicht stehen lassen können, das gebietet allein die Selbstachtung. Doch sind wirklich substanzielle Verbesserungen erreichbar? Meine Prognose: Vielleicht wird die Passage zur Vertretung der Approbierten durch PTA gestrichen, nochmals zwei, drei Cent bei der Notdienstumlage je Packung draufgelegt, allenfalls das angesparte Geld im Fonds für pharmazeutische Dienstleistungen (aktuell um 270 Mio. €) ausgeschüttet. Letzteres wäre ein spürbares Trostpflaster, doch nicht mehr. Aber immerhin, es wäre wenigstens ein Zuckerstückchen.

Ansonsten gelingt es vielleicht, die FDP gegen die Reform in Stellung zu bringen. Lieber keine Reform als eine schlechte Reform! Das sollte im Zweifel das vorrangige Ziel sein. Und dann: klug modifizierte Wiedervorlage mit einer neuen Regierung in 2025/2026 – mit hoffentlich besseren Konzepten und sehr viel mehr Fortune.

Kommen Sie gut ins neue Jahr und seien Sie ganz herzlich-kollegial gegrüßt,

Ihr

Prof. Dr. Reinhard Herzog

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