Prof. Dr. Reinhard Herzog
Eines unserer steten Themen ist auch „Geldverdienen mit Geld“:
„Fallen Angels“, also tief gefallene Börsenlieblinge, sind immer einen genauen Blick wert. Beispiel Novo Nordisk: Weltmarktführer im Wachstumsmarkt Diabetes, durch die GLP-1-Agonisten nochmals ganz kräftig nach oben getrieben, und nun tief gefallen auf das Kurslevel von 2022. Eine Einstiegsgelegenheit? Was gilt es bei solchen potenziellen „Turnaround-Kandidaten“ zu beachten?
Lösung des Rätsels aus dem letzten AWA 16/2025:
250 % US-Zoll auf Arzneimittel – das bricht doch jeder Kalkulation das Genick. Sollte man meinen. Dennoch muss das nicht gleich „echte“ rote Zahlen bedeuten, je nachdem, wie die Kostensituation aussieht und welche Alternativen letztlich der Käufer hat. Viele Zölle dämpfen zwar den Absatz, erzwingen teils auch die eine oder andere Preissenkung, um nicht in völlig marktferne Preisregionen im Exportland zu kommen – und doch bleiben sie zu einem hohen Teil schlicht am Endkunden hängen und befeuern so die Inflation. Rechnerisch lässt sich ein Zoll von 250 % natürlich nie kompensieren. Wenn eine Firma ein Präparat bisher für 100 Dollar verkauft hat, kostet das nun 350 $, 250 $ davon Zoll. Da macht eine Preissenkung kaum Sinn, im Gegenteil – das Mittel wird so oder so viel teurer. Wenn es allerdings dringend mangels vergleichbarer Alternativen gebraucht wird, haben die Patienten und Kostenträger den Schaden. Und ehe man keinerlei Deckungsbeiträge mehr erzielt, stellt man den Export ein. Derart verrückte Zölle sind Psycho- und Machtspielchen, haben aber mit rationaler Wirtschaftspolitik nichts mehr zu tun.
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